Oliver Jelias – Die Magie der Zauberkunst

Wenn man ein Kind fragt, was es später mal werden möchte, bekommt man oft die ungewöhnlichsten Traumberufe als Antwort zu hören. Kannst du dich noch an deinen erinnern? Prinzessin oder Zauberer? Ok, Prinzessin werden ist vielleicht etwas schwierig, aber Zauberer sein geht tatsächlich. Oliver Jelias – sein Künstlername – beweist es uns, denn er hat seinen Kindheitstraum einfach mal wahr werden lassen und steht nun als Zauberkünstler auf der Bühne. Heute nimmt er uns ein Stück mit in seine Welt.

Hallo Oliver, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Du lebst eigentlich in Köln, warst aber vor kurzem hier bei uns Würzburg. Wie hat es Dir gefallen?
Würzburg hat mir gut gefallen und mich positiv überrascht. Ich sah die Würzburger Residenz, die Hochschule und die alte Mainbrücke. Klasse finde ich es, dass die Menschen Wein auf der Brücke trinken. Das habe ich noch nie gesehen. Auch die Passanten waren freundlich und hilfsbereit zu mir, wie ich es aus Köln kenne.

Du steckst gerade mitten im Schauspielstudium, baust Dir nebenher aber noch ein Standbein als Magier auf und das sehr erfolgreich. Wie passen diese beiden Dinge zusammen?
Wie die Faust aufs Auge! Für mich sind die Bühnenpräsenz, die Stimme und das authentische Auftreten enorm wichtig. Im Schauspielstudium lerne ich genau das und noch mehr. Eine gute Kombination.

Wie bist du zur Magie gekommen? Wolltest Du schon immer Zauberkünstler werden?
Einer meiner Kindheitsträume war es, Clown zu werden – und auch der Clown ist Schauspieler, Entertainer und Magier in einem. Also kann ich getrost sagen: Ich wollte schon immer Zauberkünstler werden. Begonnen hat mein Weg klassisch im Alter von sechs Jahren mit einem Zauberkasten und Vorführungen im Familienkreis. Als ich mit zwölf Jahren erstmals Star-Zauberkünstler David Copperfield erlebte, stand für mich fest: Ich will das Publikum genauso begeistern können. Ich engagierte meinen Assistenz-Kater Skipper, ließ ihn erscheinen und entdeckte das Potenzial und die Kreativität in mir. Das war im Großen und Ganzen der Anfang.

Was reizt Dich am meisten an der Zauberkunst?
Das Unmögliche möglich machen, Träume verwirklichen und Kind sein dürfen.

Wie entstehen neue Tricks von Dir?
Durch Magie. Naja, fast. Mal besuche ich interessante Seminare von anderen Zauberfreunden oder lese Bücher und mal erfinde ich selber Zauberkunststücke. Auf jeden Fall habe ich immer mein Ideen-Buch dabei. Da kommt alles rein, was mir in den Sinn kommt. Schließlich folgen die Umsetzung und das Üben. Bis der ganze Trick perfektioniert wurde, kann es schon zwei Jahre dauern.

Kannst Du Dich an einen besonderen Moment erinnern, der während einer Show passiert ist? Oder ist bei Dir auch schon mal eine Show völlig schiefgelaufen?
Oh ja. Eine Person hat mir mal die Show gestohlen und kam unangekündigt und besoffen auf die Bühne hoch. Ich wusste nicht, was er da machte, aber er bekam einen Trostapplaus und hätte definitiv einen Teil meiner Gage verdient. Leider habe ich ihn nicht mehr gefunden. Bei mir ist auch einmal etwas völlig schiefgelaufen. Die Show sollte 15 Minuten gehen, doch bereits nach drei Minuten konnte ich mein Programm nicht fortsetzen und musste dem Publikum erklären, dass ich Ersatz hole. Nach etwa zehn Minuten kam ich wieder und die Leute dachten, das gehöre zur Show. Einerseits peinlich und andererseits witzig, dass alle auf ihren Plätzen saßen und zehn Minuten auf eine leere Bühne geguckt haben. Man muss dazu sagen, ich war erst 14.

Welche Skills sind Deiner Meinung nach wichtig, um in dieser Branche erfolgreich zu werden? Gibt es Dinge, die auch Du knallhart lernen musstest?
Disziplin, Durchsetzungsvermögen, Talent und eine kleine Portion Glück gehören auf jeden Fall dazu. Ich musste lernen, öfters meinem Bauchgefühl zu folgen, um nicht von anderen enttäuscht und ausgenutzt zu werden.

Im Sommer hast Du Dich für die Deutsche Meisterschaft der Zauberkunst qualifiziert, die 2017 in Saarbrücken stattfinden wird. Verrätst Du uns, mit welcher Show Du die Jury bei der DM überzeugen möchtest? Wie bereitest Du Dich darauf vor?
Die Show ist eine Mischung aus Schauspiel und Magie. Ich bin ein Schiffbrüchiger, der auf einer Insel aufwacht, ich lasse die Insel auf mich wirken und plötzlich fängt es an, magisch zu werden. Erst, als aus weiter Ferne ein Schiff zu hören ist, erwache ich aus meinem wirklichkeitsfernen Zustand und gebe SOS-Zeichen.
Die Vorbereitungen zu der Nummer fangen damit an, dass ich die passende Musik auswähle und schneide, das richtige Outfit auswähle, die Requisiten baue und meine Fingerfertigkeit übe. Dafür investiere ich mehrere Stunden am Tag, indem ich zum Beispiel einen Ball oder eine Münze zwischen den Fingern rollen lasse.

Was kommt danach, wenn Du die DM nächstes Jahr in der Tasche hast?
Erstmal Champagner knallen lassen und dann die Weltmeisterschaft in Südkorea 2018. Das hätte was.

Hast Du grundsätzlich schon ein großes Ziel vor Augen, wo Du beruflich mal ankommen möchtest? Möchtest Du weiter als Magier arbeiten, oder hast Du evtl. während Deines Schauspielstudiums einen Bereich kennengelernt, der Dich ebenfalls interessieren würde?
Ich möchte definitiv in der Branche bleiben und die Zauber- sowie Schauspielkunst gleichzeitig betreiben. Im Bereich Schauspiel interessiere ich mich sehr für den Filmbereich, also das Spielen vor der Kamera, da ich beim Zaubern bereits auf der Bühne stehe. Trotzdem bin ich jederzeit offen für das Theater oder für Sprech-Engagements, um auch dort weitere Erfahrungen zu sammeln.

Welcher Spruch hat Dich bisher immer begleitet?
”Only those who attempt the absurd can achieve the impossible.“ – Albert Einstein

Abschlussfrage: Bist Du glücklich in der Welt der Illusionen?
Ja, sehr, sonst würde ich wahrscheinlich Maschinenbau studieren. Aber ich bin ehrlich, Zaubern und Schauspiel sind mir dann doch lieber, denn „If you’re not doing what you love, you’re wasting your time.“

So, genug gelesen. Möchtest du lieber einen Eindruck von seiner Show bekommen? Dann schau dir seinen Trailer an. Noch mehr zu sehen gibt es auf Olivers Homepage. Viel Spaß beim Verzaubernlassen!

Verfasserin: Irina Karle

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